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Auf die Einleitung geschissen! Das Mudvayne-Konzert in Dresden war für Fans und Band ein Erfolg auf ganzer Linie! Aber fangen wir vorne an.
Nach 4-stündiger Fahrt und einem kurzen Umweg über Dankmarshausen, um Ambassador Mick einzusammeln, lag Dresden vor uns. Der erste Weg führte uns in das örtliche Etap-Hotel, denn dieses Mal würde es nach dem Konzert endlich mal "Ab ins Bett!" anstelle von "Ab auf die Autobahn!" heißen. Kurz eingecheckt, Klamotten verstaut und ab in die Dresdener Innenstadt. Die Strasse E zu finden erwies sich dank einer halbgenauen Wegbeschreibung und dichtem Verkehr als äußerst schwierig. Hin und her, fast in Prag, dann zurück... doch nach gut einer Stunde Umherirren wurden wir dank der Hilfe eines kahlköpfigen Dresdeners schließlich doch noch fündig. In einem abgewrackten Industriegebiet sollte es sein. Vor der Halle stand genau ein Auto mit drei verpennten Insassen an Bord. Bis zum Einlass war noch Zeit, also Füße hoch, Mucke an, Flüssiges an den Hals. Quatschend wurde die Restzeit rumgebracht, und als wir dann weiterhin wartend vor den Toren der Strasse E standen, trugen Mick und ich mit unserer lautstarken Konversation zur Allgemeinbelustigung bei. Der erste Versuch, ein Bandmember am Bus abzupassen schlug fehl, also geduldete ich mich bis zum Einlass. Innen war gerade die Vorband Zombie Joe am Sound checken, und das ließ bereits Schlimmes erahnen. Also quatschte ich mich bei zwei sympathischen Jungs aus "noch hinter Nürnberg" fest (schönen Gruß an dieser Stelle!) und verschaffte mir die Erlaubnis während der ersten zwei Songs den Fotograben entern zu dürfen. Zombie Joe fingen zeitig an und hörten zum Glück auch zeitig wieder auf. Irgendwo zwischen The Darkness und HIM schossen sie zielgenau an meinem Musikgeschmack vorbei. Naja, whatever... vielleicht schaffen Mudvayne es bei Gelegenheit mal eine gute Vorgruppe mitzubringen ;-) Im Fotograben sitzend harrte ich der Dinge die da kommen würden. Und mit "Determined" kamen sie bereits ab dem ersten Ton laut und druckvoll rüber. Mudvayne waren in bester Spiellaune und schossen gleich "Silenced" hinterher. Ich fegte von einer Seite zur anderen um so viele Fotos wie möglich machen zu können und verschwand dann brav aus dem Graben, um wieder in Reihe 1 Mitte zu parken. Das war angesichts der gerade mal 302 Gäste absolut kein Thema - die Halle bietet bestimmt locker 500 Leuten Platz. Eigentlich verwunderlich... beim einzigen Mudvayne-Club-Konzert dieser Tour hätte ich mehr Ansturm erwartet. Der Pflichtteil war erfüllt, und jetzt hieß es für mich abgehen. Mit einer arschgeilen Combo aus "-1" und "Death Blooms" gaben Mudvayne dafür die ideale Steilvorlage. Brüllen, singen, bangen, freuen, in beliebiger Reihenfolge. Innerhalb der nächsten Stunde ballerten die Jungs ein fettes Set aus allen Alben ins Publikum, das mit "Fall Into Sleep" auch eine Live-Premiere für mich parat hatte. Highlights waren mal wieder das bedrückende "Nothing To Gein" und das frenetisch von allen mitgesungene "World So Cold". Bei "Internal Primates Forever" klinkte sich das Hirn der Masse anscheinend endgültig aus und ließ das gesamte Menschenmeer in einen Freudentaumel fallen. Überhaupt war die Stimmung vor allem gemessen an der Zahl der Leute genial. Heftigster Applaus nach jedem Song, Mudvayne-Sprechchöre und lautstarke Forderungen nach einer Zugabe, die jedoch (mal wieder) nicht erfüllt wurde. Das motivierte natürlich auch die Band, und so gab man bei den Rausschmeißern und wohl auch größten Hits "Not Falling" und "(Can You) Dig (It?)" noch mal absolut alles. Ich war mitterweile schon jenseits von verschwitzt, hatte aber das erste Mal seit längerem wieder ein komplettes Konzert im Pit überstanden, ohne zwischendurch zu pausieren. T-Shirt aus, Cola an den Start und dann ab ins Auto, trockene Klamotten holen. Das hätte ich mir aber auch sparen können. Draußen regnete es Hunde und gewitterte noch dazu äußerst romantisch. In dieser Atmosphäre warteten wir zuerst im Auto, dann im Freien vor dem Tourbus. Schließlich hatte ich noch eine Kill, I Oughtta zu signieren und wollte auch endlich mal vernünftige Fotos mit den Jungs. Während unserer Wartezeit durften wir so ziemlich jedem Kleinteil des Equipments bei der Verladung zusehen. Irgendwann kam der nette Kerl vom Merchandise-Stand vorbei und bettelte um ein Handy, um sein Weib in den Staaten anzurufen. "I'll make sure you meet Mudvayne." Joah okay, ist ein Deal. Flo rückte das Handy raus, und wir erdreisteten uns schließlich uns im Flur des Backstage unterzustellen. Und dann endlich schlurfte Chad die Treppe hinauf. Und das erste Mal seit Köln 2003 hatte ich das Gefühl das er richtig gut gelaunt war. Ein Grinsen auf den Lippen, Feuer in den Augen schwatzte er mit uns eine gute Viertelstunde, berichtete von seinen Eindrücken von Dresden, signierte unseren Kram und stand für Fotos bereit. Mir gab er noch zwei herrliche Meldungen mit auf den Weg: "We'll be back in fall." und "Playing Pharmaecopia? I'd like to!" Er erzählte, dass er die letzten Wochen gefastet und nichts getrunken hatte, was ihm sichtlich gut getan hat! Kurze Zeit später war auch Greg am Start, beließ es jedoch beim obligatorischen "Hey guys!", Autogrammen und Fotos. Mir fiel dann mal wieder der legendäre Iro-Drumtech auf, und da er einfach irgendwie zur Band gehört ließ ich mir auch von ihm das Booklet signieren. Matt kritzelte auch noch darauf, war jedoch verschwunden bevor ich um ein Foto bitten konnte. Ryan war wohl bereits im Hotel. Was solls! Geiler Abend, geiles Konzert, supernettes Treffen mit Chad, zwanglos ins Hotel rollen, auspennen, heim! Besser kann ein Abend kaum laufen! |